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Das RAW – Bildformat: Vorteile vs. Nachteile

Wenn ich so auf meine letzten 10 Jahre in der Fotografie zurückblicke und mich Frage, was mich am meisten nach vorne gebracht hat, dann fällt mir dazu sofort das RAW – Format ein. Seit ich meine Bilder nicht mehr in JPEG sondern im RAW – Format auf die Speicherkarte banne, ist mir klar geworden, welches Potential in meinen Bildern steckt bzw. welches Potential ich aus meinen alten Bildern nicht mehr rausholen kann.

Was ist das RAW – Bildformat eigentlich?

Jeder kennt als Bilddateien aus seiner Kamera das Dateiformat JPEG. Diese JPEG-Files haben einige Nachteile gegenüber einem RAW – Format. Aber eins nach dem anderen. Das RAW – Format (von engl. „roh“) speichert alle Bildinformationen der Kamera plus viele zusätzliche Informationen als Metadaten. RAW ist also ein Rohdatenformat welches von der Kamera nicht verändert wird. Diese RAW-Files haben den kleinen Nachteil, dass sie auf Grund der unkomprimierten Bildinformationen sehr große Dateien erstellen. Ein RAW-File kann bei einer Vollformatkamera schnell mal 50-70 MB oder mehr haben.

Warum dann nicht doch JPEG?

Ganz einfach: JPEGs sind verlustbehaftete, komprimierte Bilddateien die zudem von der Kamera bereits „optimiert“ wurden. Heißt also im Klartext, dass JPEGs Bildinformationen verlieren und somit in der Qualität nicht mit den RAW-Files mithalten können. Außerdem werden bereits beim Speichern auf die Speicherkarte die Bilder je nach eingestelltem Motivmodus auf der Kamera schon bearbeitet. Des Weiteren ist im Nachhinein eine Bearbeitung zwar möglich, aber für manche Einstellungen wie zum Beispiel der Weißabgleich nicht gerade einfach. Abgesehen davon bedeutet eine Bearbeitung eines JPEG – Files immer weitere Verluste!

JPEG hat aber auch Vorteile.

  1. JPEG Bilder können direkt  ohne weitere Bearbeitung verwendet werden. Das geht bei RAW – Dateien nicht!
  2. Speicherbedarf ist geringer – JPEGs brauchen ca. 10-15MB pro Bild
  3. Es wird kein Bildbearbeitungsprogramm benötigt, um JPEGs zu öffnen bzw. zu verwenden.
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RAW – Bilder müssen bearbeitet werden

Das ist wahrscheinlich der wesentlichste Nachteil an den Rohdaten: Sie müssen bearbeitet werden um ansehnlich zu sein. Unbearbeitete RAW Bilder haben wenig Kontrast und wirken von den Farben sehr flau und kühl. Hier braucht es also eine Software wie zum Beispiel Adobe Lightroom um die Rohbilder zu „entwickeln“.

Damit einher geht aber auch, dass man sich mit dem Thema Bildbearbeitung bzw. RAW-Entwicklung beschäftigen muss und dies auch konsequent machen MUSS. Wenn du also keine Lust hast, all deine Bilder am PC sitzend zu entwickeln und zu bearbeiten, dann wirst du mit dem RAW – Format sich nicht glücklich werden.

Die Vorteile sprechen aber für RAW!

Wie ich einleitend schon erwähnt hatte, ist der wichtigste Vorteil der RAW Files, dass du das Potential deiner Fotos voll ausschöpfen kannst. Denn: ein RAW File enthält so viel mehr an digitaler Bildinformation als ein JPEG! Dazu ein kleiner technischer Vergleich zwischen einem JPEG mit 8bit Farbtiefe (Standard JPEG vieler Kameras) und einem 12bit NEF-File (NEF = natives RAW Format von Nikon DSLRs):

⇒ JPEG 8bit pro Farbkanal (RGB) entspricht 256 Helligkeitsstufen pro Farbe = 16,7 Millionen mögliche Farben.

⇒ NEF 12bit pro Farbkanal (RGB) entspricht 4096 Helligkeitsstufen pro Farbe = 68,7 Milliarden mögliche Farben

Gerade bei Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen ist dieses Mehr an Informationen essenziell. Weitere Vorteile entstehen durch die verlustfreie Bearbeitung und du kannst den Weißabgleich deiner Kamera im Nachhinein festlegen bzw. ändern.

Wenn du dir noch nicht sicher bist ob das Fotografieren im RAW – Format das Richtig für dich ist, dann check mal die Einstellungen deiner Kamera, ob du auch beide Dateiformate gleichzeitig abspeichern kannst. Viele Kameras bieten die Möglichkeit, von einem Foto sowohl ein RAW-File als auch ein JPEG-File als „Kopie“ abzuspeichern.

Buddha

Ich wünsch dir viel Freude beim Entdecken des Potentials deiner Bilder!

Liebe Grüße,
Markus

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