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Warum ich als Fotograf Photoshop kaum nutze

Als Fotograf werde ich regelmäßig gefragt: „Da arbeitest du doch sicher sehr viel mit Photoshop?“. Nun ja, was soll ich dazu sagen?

Ich bin ein Freund von Bildoptimierung und nicht unbedingt von ausgiebiger Bildbearbeitung. Was natürlich nicht heißt, dass ich kreative Photoshop Artworks schlecht finde. Ganz im Gegenteil. Ich kenne viele Fotografen-Kollegen, die in Photoshop ganz tolle und kreative Photoshop Artwork erstellen und damit äußerst erfolgreich sind oder aber auch umfangreiche und aufwendige Beautyretuschen machen. Allerdings ist es nicht meine Intension, ein Foto komplett zu verändern, sondern mir geht es vor allem darum, ein Foto „nur“ zu optimieren und so das Maximum aus meinen Bildern herauszuholen. Das ist natürlich auch in Photoshop möglich – jedoch ist mein Tool der Wahl Adobe Lightroom.

Adobe Lightroom vs. Photoshop

Mit Adobe Lightroom habe ich die Möglichkeit, in meinen RAW Files die wichtigsten Grundeinstellungen und Optimierungen durchzuführen. Wenn ich von Bildoptimierung spreche, dann meine ich damit eine Anpassung des Weißabgleich, Kontrast und der Belichtungseinstellungen. Auch in den so genannten Lichtern und Schatten arbeite ich sehr gerne um ein technisch sehr gutes Foto zu bekommen.

Heißt das nun, dass ich Photoshop garnicht verwende? Nein! Photoshop verwende ich dann, wenn ich zum Beispiel einen ColorKey erstellen möchte. Ein ColorKey ist eigentlich ein schwarz/weiß Foto, in welchem einzelne Objekte oder Bereiche ihre Farbe behalten. Für das Erstellen von Fotomontagen verwende ich natürlich auch Photoshop – wie ich es zum Beispiel bei dem „night-to-day Transistion“-Foto in meinem Beitrag über LRTimelapse gemacht habe um darzustellen, wie sich der Sonnenaufgang entwickelt hat. Solche Kompositionen sind natürlich nur in Photoshop realisierbar jedoch nicht in Lightroom.

Der Workflow ist entscheidend

Für mich ist der Workflow den ich für mich entwickelt habe, fast nur in Adobe Lightroom zu arbeiten, einfach praktikabler, weil ich in Lightroom nicht nur die grundlegende Bildoptimierung sondern auch die Organisation meiner Bilder abbilden kann. Die Organisation der Bilder beschränkt sich nicht nur auf das sortierte Ablegen der Bilder über das Erstellen von so genannten Lightroom Katalogen, sondern wird ergänzt durch eine Bewertung der Bilder um eine Auswahl an Fotos festzulegen, die ich dann im Anschluss optimiere. Der Workflow sieht im groben so aus, dass ich die Bilder direkt von der Speicherkarte meiner Kamera in Lightroom importiere. Dadurch werden die RAW-Files auch direkt in den jeweiligen Ordner auf meiner Festplatte abgelegt. Während des Imports kann ich bereits automatisiert kleine technische Korrekturen durchführen lassen. 

Diese automatisierten Tasks beschränken sich in meinem Workflow auf das Definieren und Hinzufügen von Metadaten und die Objektivkorrekturen. Sind dann die Fotos soweit importiert, bekomme ich durch die Filmleiste einen sehr guten Überblick, welche Fotos ich aufgenommen habe. In weiterer Folge vergebe ich dann in 2 Durchläufen Sternebewertungen bzw. markiere jene Bilder, die ich gar nicht dauerhaft speichern möchte. 

Screenshot Lightroom

Die eigentliche Bildoptimierung erfolgt dann im Entwickeln-Modul in Lightroom. Hier werden dann in unterschiedlichen Schritten verschiedene Einstellungen wie zum Beispiel die Belichtung, der Kontrast, die Sättigung oder aber auch der Bildausschnitt angepasst um so dann die fertigen Bilder buchstäblich zu entwickeln.

Photoshop ist sehr mächtig

Wie ihr seht, geht es mir nicht darum, Photoshop per se zu meiden, sondern Tools zu nutzen, die für meinen Workflow als Fotograf am besten geeignet sind. Dieses Workflow-optimierende Tool habe ich für mich in Adobe Lightroom gefunden. Geht es um Artwork, Fotomontage und umfangreiche Retuschen wie zum Beispiel in der Beauty-Fotografie, dann ist natürlich eine Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop die richtige Wahl. Adobe Photoshop ist eine sehr mächtige Applikation, die ich nicht missen möchte – aber für meinen Standard-Workflow als Fotograf nicht geeignet ist.

Wenn ihr möchtet postet doch einfach eure Meinungen in den Kommentaren. Würde mich interessieren ob ihr ähnliche Erfahrungen und Workflows habt, oder ob ihr beispielsweise eure komplette Bildbearbeitung in Photoshop macht.

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